
Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg und die Diktatur der Nationalsozialisten in Deutschland.
Die Rote Armee der Sowjetunion erreichte zuerst, wie auch auf Konferenzen der Siegermächte vorbestimmt, Berlin und übernahm die Verwaltung der Stadt. Drei Aktivistengruppen, die im Exil in Moskau bereits Pläne für die Nachkriegsordnung in Deutschland erarbeitet hatten, wurden eingeflogen. In Berlin übernahm die "Gruppe Ulbricht" den Aufbau einer ersten Verwaltung.
So konnte bereits am 19. Mai 1945 die öffentliche Amtseinführung des Berliner Magistrats von Groß-Berlin stattfinden. Aufgabe des Magistrats war u.a. die Lebensmittelversorgung, die Enttrümmerung, die Stromversorgung, die ersten Finanzregelungen wie z.B. die Lohnzahlung.
In den Monaten Juli und August des Jahres 1945 zogen auch die westlichen Aliierten in die Sektoren in Berlin ein.
Das Revolutionsdenkmal und die Grabstätten von Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde waren 1935 durch die Nationalsozialisten zerstört und geschändet worden.
Durch den Befehl Nr. 2 der Sowjetischen Militäradministration wurde am 10. Juni 1945 in Berlin die Gründung von "antifaschistischen und demokratischen" (Zitiert in: Geschichte der DDR - Informationen zur politischen Bildung ... S.2) Parteien erlaubt. Am 11. Juni wurde die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) zugelassen, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) folgte, ebenso die Christlich-Demokratische Union Deutschlands und die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD).
Bereits im Juni 1945 erschien in der Deutschen Volkszeitung, dem Zentralorgan der KPD, der Artikel "Friedhofsschändung wird wieder gut gemacht"(In: Die Deutsche Volkszeitung, Nr. 7(1), 20.06.1945, S. 4)
Jedoch erst Wilhelm Pieck, Vorsitzender der Exil-KPD in der UdSSR, Mitbegründer der KPD und mit der Roten Armee 1945 zurückgekehrt, schlug in einem Brief vom 6. Dezember 1945 an den Magistrat von Groß-Berlin den Wiederaufbau einer Gedenkstätte vor. Am 17. Dezember 1945 fasste der Magistrat folgenden Beschluss:
"[...] 2.) Die von der Naziregierung planmäßig zerstörte Grabstätte von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg und den gemeinsam mit ihnen im Januar 1919 gefallenen und ermordeten kommunistischen Freiheitskämpfern und das von deutschen Arbeitern errichtete Denkmal auf dem Friedhof in Friedrichsfelde werden in ihrem ursprünglichen Zustand wiederhergestellt.
3.) Die Grabstätte der sozialdemokratischen Führer auf dem Friedhof von Friedrichsfelde wird in einen würdigen Zustand gebracht.[...]."
(Zitiert in: Hoffmann, Joachim: In deinem Friedrichsfelde ruht... S.52)
In Vorbereitung der ersten Demonstration nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dann eine provisorische Nachbildung des Revolutionsdenkmals, ein mit Stoff umkleidetes Holzgestell mit der Aufschrift "Ich war - ich bin - ich werde sein", errichtet. Sozialdemokraten, Kommunisten und Gewerkschaften demonstrierten am 13. Januar 1946 zusammen. In seiner Rede wies Wilhelm Pieck bereits eindeutig auf die Bestrebungen, KPD und SPD zu vereinen, hin. (Deutsche Volkszeitung)
Am 20./21. April schlossen sich die Sozialdemokratische Partei Deutschlands/Ost und die Kommunistische Partei Deutschlands zur Sozialdemokratischen Einheitspartei Deutschlands zusammen. Man spricht auch von einer "Zwangsehe", da eine Vielzahl von Sozialdemokraten die Vereinigung nicht befürworteten.
Bis 1950 zogen jedes Jahr im Januar Demonstrationen zum Zentralfriedhof in Friedrichsfelde, Teilnehmer kamen auch aus den westlichen Sektoren.
Im Laufe der Zeit distanzierten sich Aliierte und die sowjetische Besatzung immer mehr voneinander, was auch erhebliche Auswirkungen auf die Bewältigung von Verwaltungsaufgaben hatte.
1946 gab es keine Fortschritte bei dem geplanten Wiederaufbau der Gedenkstätte. Wilhelm Pieck schrieb im Oktober erneut einen Brief an den amtierenden Oberbürgermeister, in dem er vorschlug, die Grabstätten der alten Sozialdemokraten und das Revolutionsdenkmal in einer Gedenkstätte zu vereinen. In der Mitte eines Rondells sollte ein plastisches Denkmal stehen, eingerahmt von einer Mauer, in der Grabstätten und Gedenktafeln untergebracht werden könnten.
Der Zweite Magistrat von Groß-Berlin beschloss die Ausschreibung eines Architekturwettbewerbs; im Januar 1948 wurde jedoch erst entschieden. Den ersten Preis vergab man an Walter Kossow (Gartenarchitekt), Prof. Ernst Ludwig (Architekt) und Prof. Gustav Seitz (Bildhauer).
Die politische Situation in Berlin verschärfte sich, die Beziehungen zwischen den Besatzungsmächten verschlechterten sich zunehmend. Währungsreform, Bildung eines separaten Magistrats in Berlin und die darauffolgende Spaltung der Stadt folgten. In Berlin/Ost wurde Friedrich Ebert (d.J) Oberbürgermeister.
Die Preisträger des Architekturwettbewerbs lehnten bauliche Veränderungen an ihrem Entwurf ab und so wurden durch Richard Jenner (Architekt), Hans Mucke (Architekt) und Reinhold Lingner (Gartenarchitekt) neue Entwürfe vorgelegt, die auch den Vorstellungen entsprachen. An den ursprünglichen Grabstellen von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht konnten weder Särge, noch Leichname gefunden werden. Lediglich die sterblichen Überreste von Franz Mehring wurden gefunden und ebenso wie die von John Schehr auch tatsächlich in die Gedenkstätte umgebettet.
Am 7. Oktober 1949 konstitutionierte sich im Ostsektor Berlin der deutsche Volksrat als provisorische Volkskammer und nahm einen vom Volksrat vorgelegten Verfassungsentwurf an. Damit entstand auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik.

Die Gedenkstätte wurde am 14. Januar 1951 eingeweiht. Sie besteht aus einer kreisförmigen Mauer aus roten Klinkersteinen, in deren Mitte ein Porphyr-Block mit der Aufschrift "Die Toten mahnen uns" steht.
Um diesen Gedenkstein sind im Rondell 10 Gedenksteine für folgende Persönlichkeiten angeordnet:
An der Ringmauer sind Gedenksteine und z.T. Urnengräber untergebracht:



Alte Sozialisten:
Carl Legien, Emma Ihrer, Paul Singer, Robert Wengels, Rudolf Schwarz, Erich Steinfurth, Eugen Schönhaar, Kurt Fischer, Margarete Wengels, Louise Zietz, Pauline Zubeil, Karl Friedrich Zubeil, Johannes Stelling, Adolph Hoffmann, Ignaz Auer, Adolf Braun, Hermann Weyl, Klara Weyl, Hermann Müller-Franken, Hugo Haase, Alwin Körsten, Wilhelm Liebknecht, Julia Liebknecht, Richard Fischer, Juliane Fischer, Eugen Brückner, Wilhelm Pfannkuch, Margarete Pfannkuch, Hermann Molkenbuhr, Wilhelm Molkenbuhr, Friedrich Bartels, Waldeck Manasse, Adolf Ritter, Theodor Leipart
Urnenstätten:
Frida Rubiner, Edwin Hoernle, Gustav Sobottka, Erich Weinert, Martha Arendsee, Friedrich Wolf, Max Keilson, Otto Franke, Wilhelm Florin, Rudolf Appelt, Hermann Schlimme, Franz Moericke, Ottomar Geschke, Florian Schenk, Otto Büchner, Fritz Große, Helmut Lehmann, Paul Oestreich, Arthur Ewert, Ernst Melsheimer, Josef Orlopp, Hermann Duncker, Paul Schwenk, Jenny Matern, Franz Moericke, Heinrich Rau, Karl Litke, Otto Meier, Alfred Oelßner, Georg Handke, Rosa Thälmann, Wilhelm Koenen, Josef Miller, Bernard Koenen, Willi Bredel, Bruno Leuschner, Erich Apel, Hans Kiefert, Gerhart Eisler, Otto Schön, Paul Fröhlich, Hermann Matern, Bruno Baum, Edith Baumann, Anton Ackermann, Georg Ewald, Max Fechner, Fritz Gäbler, Fritz Slebmann, Karl Maron, Otto Winzer, Herbert Warnke, Alfred Kurella, Fred Oelßner, Werner Lamberz, Paul Markowski, Hans Rodenberg, Friedrich Ebert, Gerhard Grüneberg, Erich Correns, Alexander Abusch, Heinz Hoffmann, Karl Mewis, Albert Norden, Franz Dahlem, Katharina Kern, Paul Verner, Werner Felfe
(In: Hoffmann, Joachim: In deinem Friedrichsfelde ruht ... S.58ff.)
Auf einem Porphyr-Gedenkstein auf der rechten Seite der Ringmauer werden geehrt:
Im spanischen Freiheitskampf gefallen
Kurt von Appen, Wilhelm Bahnik, Hans Baier, Artur Becker, Hans Beimler, Hans Biefang, Rudi Blank, Heinrich Bleich, Rudi Braune, Walter Buschmann, Bert Cadenero, Gustav Dobbert, Hermann Drumm, Lambert Effen, Willi Fahrenson, Fritz Giga, Willi Glacza, Wilhelm Hackbarth, August Hartmann, Werner Hermelin, Bruno Hinz, Hans Igler, Paul Jopp, Otto Jürgensen, Fritz Klamm, Richard Knaak, Willi Kruse, Fritz Lesch, Jacob Löbach, Theodor Malkmus, Theodor Meinel, Dr. Albert Müller, Fritz Pawlowski, Wilhelm Pinnecke, Bruno Priess, Walter Runge, Paul Rutat, Hans Saager, Hermann Schmidt, Karl Schneidereit, Bruno Schröder, Johannes Schwarz, Gustav Skariot-Kern, Karl Stepel, Max Stark, Theo Staudinger, Wilhelm Steisslinger, Walter Stern, Paul Stoer, Alfons Teschke, Karl Thoma, Franz Vehlow, Kaspar Wessels, Karl Wetzel, Willi Wille, Walter Winkler, Johann Wolf, Viktor Wolf, Ernst Wömpner, Leo Zöllner.Im Antifaschistischen Widerstand 1933-1945 ließen diese 327 Frauen und Männer aller Generationen ohne Unterschied der politischen, weltanschaulichen und sozialen Zugehörigkeit ihr Leben
Werner Abel, Robert Abshagen, Julius Adler, Walter Albrecht, Bernhard Almstedt, Elisabeth Alpari, Julius Alpari, Edgar André, Rudi Arndt, Herbert Arzt, Richard Assmann, Judith Auer, Rudolf Axen, Willi Bänsch, Erich Baron, Heinz Bartsch, Gustav Basse, Bernhard Bästlein, Herbert Baum, Marianne Baum, Karl Becker, Oskar Behrend, Konrad Behrendt, Karl Behrens, Konrad Belz, Olga Benario, Alfred Benjamin, Dr. Georg Benjamin, Ernst Beuke, Wilhelm Beuttel, Karl Bichel, Kurt Biedermann, Conrad Blenkle, Julius Birk, Heinz Birnbaum, Fritz Bischoff, Max Bliecki, Herbert Bloschwitz, Walter Block, Gustav Bludau, Dr. Felix Bobek, Herbert Bochow, Walter Bohne, Wilhelm Boller, Minna Bollmann, Erich Boltze, Wilhelm Böse, Franz Braun, Hein Bretschneider, Hans Breuer, Lorenz Breuning, Elisabeth Bruhn, Gustav Bruhn, Phillip Brunnemer, Walter Budeus, Rudolf Claus, Hans Coppi, Hilde Coppi, Hans Dankner, Hermann Danz, Oskar Debus, Jonny Dettmer, Gustav Dietrich, Georg Dittmar, Willi Dolgner, Fritz Dressel, Otto Dressler, Hermann Düllgen, Dr. Ernst Eckstein, Johannes Eggert, Walter Ehlen, Erna Eifler, Charlotte Eisenblätter, Elvira Eisenschneider, Paul Eisenschneider, Hermann Elflein, Arthur Emmerlich, Walter Empacher, Karl Enders, Otto Engert, Dr. Lothar Erdmann, Paul von Essen, Fritz Esser, Jakob Faulhaber, Felix Fechenbach, Wilhelm Fellendorf, Christian Ferkel, Karl Ferlemann, Wilhelm Firl, Erwin Fischer, Fritz Fischer, Hermann Fischer, Karl Fischer, Willi Fischer, Georg Fleischer, Helene Fleischer, Siegfried Forstreuter, Alfred Frank, Gertrud Frinke, Albert Fritz, Horst Fröhlich, Alfred Fruth, Albert Funk, Ewald Funke, Paul Fürst, Willi Gall, Charlotte Garske, Erich Garske, Kurt Gärtner, Hermann Geisen, Erich Gentsch, Erna Gentsch, Johannes Gerdes, Paul Gesche, Karl Giersiepen, Kurt Gittel, Helene Glatzer, Johann Gloger, Paul Gmeiner, Artur Göritz, Sepp Götz, Ursula Goetze, Herbert Grasse, Rudolf Griep, Rudolf Grosse, Ernst Grube, Wilhelm Guddorf, Hanno Günther, Auguste Haase, Otto Haase, Aloisius Hamerski, Bruno Hämmerling, Harry Harder, Rudolf Harlass, Rudolf Harms, Dr. Dr. Arvid Harnack, Ernst von Harnack, Hugo Härtig, Gustav Hartog, Dr. Theodor Haubach, Leonhard Hausmann, Paul Hegenbart, Kurt Heilbut, Ernst Heilmann, Willi Heinze, Wolfgang Heinze, Arthur Hennig, Rudolf Hennig, August Henning, Reinhold Hermann, Lieselotte Hermann, Christian Heuck, Dr. Rudolf Hilferding, Else Himmerheber, Johanna Hinz, Michael Hirschberg, Gustav Hoch, Wilhelm Hofacker, Arthur Hoffmann, Gerhard Holzer, Cäsar Horn, Lambert Horn, Hans Hornberger, Albert Hössler, Maria Hotze, Fritz Husemann, Walter Husemann, Richard Hüttig, Werner Illmer, Franz Jacob, Matthias Jacobs, Ewald Jahnen, Albert Janka, Erich Jeserick, Dr. Günther Joachim, Reinhold Julius, Wienand Kaasch, Karl Käding, Hugo Kapteina, Alois Kaps, Alfred Kästner, Ernst Katz, Karl Katzenberger, Margarete Kaufmann, Albert Kayser, Michael Kazmierczak, Franziska Kessel, Johannes Kleinspehn, Fritz Klemke, Tilde Klose, Franz Klüss, Ernst Knaack, Sala Kochmann, Heinrich Koenen, Alfred Kowalke, Walter Krämer, Paul Kraschewski, Werner Kratz, Erich Krause, Werner Krause, Leo Krell, Kurt Kresse, Otto Kröbel, Otto Kropp, Paul Krug, Hans Krüger, Friedrich Krummel, Walter Küchenmeister, Adam Kuckhoff, Bruno Kühn, Dr. Hans Heinrich Kummerow, Albert Kuntz, Erich Kuttner, Arno Lade, Max Lademann, Franz Lahde, Georg Landgraf, Friedrich Langhorst, Dr. Julius Leber, Georg Lechleiter, Kurt Lehmann, Willi Lenz, Wilhelm Leuschner, Hermann Liebmann, Roman Ligendza, Rudolf Lindau, Hans Litten, Erich Lodemann, Paula Lohagen, Stefan Lovasz, Friedrich Lüben, Karl Lüdtke, August Lütgens, Hermann Maass, Max Magdalena, Arthur Magnor, Arthur Mahler, Adolf Mahlmann, Otto Marquardt, Wilhelm Marchard, Dr. Ludwig Marum, Hubert Materlik, Max Matern, Fritz Matschke, Athur May, Franz Mett, Reinhold Mewes, Hans Meyer, Julius Meyer, Dr. Carlo Mierendorff, Walter Miermeister, Erich Mohr, Rudolf Mokry, Dr. Julius Moses, Erich Mühsam, Anton Müller, Wilhelm Muth, Arthur Nagel, Otto Nelte, Otto Neu, Dr. Theodor Neubauer, Käthe Niederkirchner, Karl Nieter, Max Niklas, Erwin Nöldner, Otto Oldenburg, Walter Oldenburg, Karl Otter, Hans Otto, Willi Paarmann, Erwin Panndorf, Fritz Pehlmann, Karl Peix, Heinz Peters, Julius Philippson, Emil Piccard, Johannes Pierschke, Magnus Poser, Erich Prenzlau, Heinrich Preuss, Heinz Priess, Friedrich Pröll, Johann Przybilla, Ernst Putz, Siegfried Rädel, Fritz Rau, Heinrich Reichel, Prof. Dr. Adolf Reichwein, Ernst Reinke, Jonny von der Reith, Adolf Rembte, Rudolf Renner, Margarethe Renois, Herbert Richter-Lukian, Fritz Riedel, Josef Riess, Wilhelm Rietze, Fritz Rödel, Ulrich Rogg, Dr. Josef Römer, Frieda Rosenthal, Hanns Rothbarth, Otto Runki, Franz Runow, Dr. Max Sachs, Willy Sachse, Anton Saefkow, Lothar Salinger, Augustin Sandtner, Willi Sänger, Clara Schabbel, Dr. Phillip Schaeffer, Emmerich Schapper, Rudolf Scheffel, Hermann Scheffler, Johannes Schellheimer, Albert Schettkat, Gustav Schiefelbein, Hans Schiftan, Arthur Schille, Otto Schlag, Kurt Schlosser, Anton Schmaus, Johann Schmaus, Max Schmidt, Otto Schmirgal, Ernst Schneller, Willi Schröder, Karl Schulz, Alfred Schulze, Fiete Schult, Harro Schulze-Boysen, Elisatbeth Schumacher, Kurt Schumacher, Georg Schumann, Käte Schütt, Walter Schütz, Martin Schwantes, Georg Schwarz, Eugen Schwebinghaus, Werner Seelenbinder, Rudolf Seiffert, Alfred Seitz, Käthe Seitz, Max Sellheim, Fritz Siedentopf, John Sieg, Bernhard Sikorski, Willi Skamira, Arthur Sodke, Herbert Splanemann, Siegmung Sredzki, Robert Stamm, Josef Steidle, Bruno Stein, Karl Stein, Maria Stein, Werner Steinbrink, Franz Stenzer, Heinz Steyer, Ilse Stöbe, Walter Stoecker, Georg Stolt, Max Stoye, Paul Suhr, Stanislaus Sczygielski, Richard Teichgräber, Bruno Tesch, Matthias Theisen, Matthias Thesen, Wilhelm Thews, Wolfgang Thiess, Ferdinand Thomas, Georg Thumm, Willi Tietze, Rudolf Timm, Leo Tomschik, Otto Tornseifer, Willi Tosch, Ella Trebe, Herbert Tschäpe, Felix Tucholla, Käthe Tucholla, Elfriede Tygör, Robert Uhrig, Carl Ulrich, Heinrich Uetzfeld, Karl Vesper, Ewald Vogt, Hans Georg Vötter, Helmuth Wagner, Henriette Wagner, Irene Walter, Margarete Walter, Gustav Wegener, Martin Weise, Eugen Wiedmaier, Oswald Wiersich, Theodor Winter, Wilhelm Woitschaetzki, Irene Wosikowski, Mathilde Wurm, Eduard Zachert, Heinrich Zieger, Franz Zielasko, Toni Ziels, William Zipperer, Johannes Zoschke. (In: Hoffmann, Joachim: In deinem Friedrichsfelde ruht ...S.38ff.)
In den Jahren der Deutschen Demokratischen Republik fanden alljährlich Januardemonstrationen, vielfach auch Ehrungen, Kranzniederlegungen etc. statt.
Heinz Vosske schreibt in seinem Buch "Geschichte der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde":
"Seit der Einweihung der neuen Gedenkstätte der Sozialisten sind nunmehr dreißig Jahre vergangen. Jahr um Jahr ziehen im Januar Hunderttausende an den Gräbern der teuren Toten vorbei. Die von der KPD begründete Tradition würdig fortsetzend, marschieren an der Spitze des Demonstrationszuges die Mitglieder der Partei- und Staatsführung. Die Gedenkansprache hält ein Mitglied der Parteiführung. Die Gedenkstätte der Sozialisten wird außerdem zu jeder Jahreszeit Tag für Tag von Jugendlichen und Werktätigen aus allen Bezirken unserer Republik besucht, die an den Grabstätten frische Blumen oder Kränze niederlegen. Zu den Besuchern gehören viele Delegationen aus Ländern der sozialistischen Gemeinschaft und anderer Staaten. Angehörige der FDJ, Kandidaten und Mitglieder der SED erhalten hier feierlich ihre Mitgliedsbücher, die Kandidatenkarte oder das Parteidokument, Einheiten der Nationalen Volksarmee leisten hier ihren Treueeid auf die Deutsche Demokratische Republik. So erfüllt sich immer aufs neue der Sinn der revolutionären Traditionspflege in unserem sozialistischen Vaterland: durch konkrete Taten zur Festigung der Deutschen Demokratischen Republik das Vermächtnis Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs stets als lebendige Verpflichtung zu betrachten. Getreu dem Vermächtnis von Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Ernst Thälmann und Wilhelm Pieck, wurde unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch leninistischen Partei in der DDR die sozialistische Revolution siegreich vollzogen.[...] Erich Honecker, Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR, brachte dies in der Gedenkstätte der Sozialisten anlässlich des 50. Jahrestages der Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs mit folgenden Worten zum Ausdruck: "Das Vermächtnis der Toten wurde in unserem Staat der Arbeiter und Bauern erfüllt! Die Sache, der Karl und Rosa ihr Leben weihten, liegt in guten und zuverlässigen Händen! [...]"
(In: Voßke, Heinz: Geschichte der Gedenkstätte der SozialistenÖ S.86ff)
Was aber ist das Vermächtnis von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht? Sie vertraten die Idee des demokratischen Kommunismus und inwieweit ist der Aufbau eines sozialistischen Staates, in dem keine Opposition erwünscht und möglich ist, in ihrem Sinne? Kann man an den Gräbern von Pazifisten und Antimilitaristen Soldaten der Nationalen Volksarmee vereidigen?
1988 kam es bei einer Januardemonstration zu Auseinandersetzungen. Menschen- und Bürgerrechtsgruppen der DDR beriefen sich bei einer Gegendemonstration auf das demokratische Erbe der Rosa Luxemburg: "Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei ... ist keine Freiheit. Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden." Festnahmen und Verurteilungen zu Haftstrafen folgten.
(In: Müller, Helmut M.: Schlaglichter der Deutschen Geschichte. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 1996. S. 437)
Dennoch gab es zahlreiche Besucher der Gedenkstätte und des Zentralfriedhofes, die unabhängig von parteilichen Zwängen und DDR-Ideologien die Toten ehrten, gegen Faschismus und für einen Sozialismus bzw. Kommunismus nach Vorstellung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht demonstrierten. Schließlich fanden auch nach der Wende die Demonstrationen im Januar weiter mit großer Beteiligung statt.
(In: Hoffmann, Joachim: In deinem Friedrichsfelde ruhtÖ S.70)
Sicherlich hat die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik und damit auch die Führung der SED die Gedenkstätte als Instrument zur Abstützung ihrer eigenen Ideologien benutzt. Dennoch sollte man die Gedenkstätte und die dort begrabenen Persönlichkeiten keinesfalls als ein Relikt des DDR-Systems betrachten, oder diese nur dem Kommunismus zuordnen. Zum einen ist die Gedenkstätte in ihrer heutigen Form Teil der deutschen Geschichte, zum anderen haben auch die Sozialdemokraten an diesem Ort eine Erinnerungsstätte ihrer Geschichte.
1991 und 1992 kam es mehrfach zu Schändungen der Gedenkstätte und einzelner Grabstätten auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde. Grabsteine wurden umgestürzt, Gedenkinschriften zerstört, Gedenksteine beschmiert.
Im Oktober 2000 gründete sich der Förderkreis Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung in Berlin-Friedrichsfelde e.V. mit dem Ziel, die Erhaltung der Anlage der Gedenkstätte der Sozialisten, Maßnahmen zur Pflege und die kritische Auseinandersetzung mit der Erinnerungsstätte zu unterstützen.
Alljährlich finden im Januar Demonstrationen zur Gedenkstätte der Sozialisten statt.
5 000 Menschen marschierten trotz Demo-Verbots durch die Stadt
Quellen:
Hoffmann, Joachim: In deinem Friedrichsfelde ruht Ö: der Berliner Zentralfriedhof Friedrichsfelde in der deutschen Geschichte. Berlin: BVVdN,1996
Voßke, Heinz: Geschichte der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde. Berlin: Dietz,1982
Müller, Helmut M.: Schlaglichter der deutschen Geschichte. Bonn : Bundeszentrale für politische Bildung, 1996
Informationen zur politischen Bildung, hrsg. durch Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn:
- Deutschland 1945-1949 - Besatzungszeit und Staatengründung, Nr. 259, 1998
- Die Teilung Deutschlands 1945-1955, Nr. 232, 1991
- Geschichte der DDR - Nr. 231, 1991
Die Sitzungsprotokolle des Magistrats der Stadt Berlin 1945/46. Teil I/1945. Berlin : Berlin-Verl., 1995